Lernwerkstätte

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  • Zwei Wochenstunden in der ersten Klasse
  • Freiraum für eigenmotiviertes und entdeckendes Lernen
  • Finden einer persönlich relevanten Fragestellung
  • individualisiertes Forschen, Arbeiten und Lernen

 

Das Konzept des „Entdeckenden Lernens“ entstand in den 70er Jahren. Es basiert auf der praktischen Erfahrung in und mit offenen Lernsituationen und wurde im Rahmen der INTERNATIONALEN LERNWERKSTÄTTENBEWEGUNG fortgeführt. Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung der Lernwerkstättenidee und des „Inquiry Learning“ waren das „New York Workshop Center“ und die „Lernwerkstatt an der TU Berlin“. Heute wird die Idee in Europa von einem Netzwerk von Lernwerkstätten an verschiedenen Bildungseinrichtungen vorwiegend in der BRD, aber auch zunehmend in Österreich und anderen Ländern getragen und von engagierten Lernwerkstätten-PädagogInnen in die Praxis umgesetzt.
 An der Modellschule gibt es seit vielen Jahren diese Form des freien Lernens, um den SchülerInnen die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ihren ganz eigenen Interessen, Begabungen und Forschungswünschen zu geben. Die Lernwerkstätte entstand auch aus dem Wunsch, gerade in einer Ganztagsschule einen Freiraum zu schaffen für eigenmotiviertes Lernen. Sind einmal persönlich relevante Fragestellungen gefunden, ergibt sich das entdeckende Aneignen der Umwelt fast von selbst und Lernen passiert „ganz von alleine“. So die Theorie und auch die Praxis – sofern eine Institution wie „Schule“ diese Form des Lernens zulässt. Die Modellschule Graz versucht hierfür einen Freiraum zu schaffen.
Im Zentrum der Lernwerkstätte steht das praktische Lernen, das „learning by doing“ in einer vorbereiteten Umgebung. Unser Konzept sieht eine Strukturierung des Jahres in 4 Perioden vor, in denen die SchülerInnen sich ein Thema bzw. eine Fragestellung suchen, an deren Lösung sie dann ca. 6-8 Wochen à 2 Std/Woche arbeiten. Wir LehrerInnen und auch der/die SozialpädagogIn fungieren als MentorInnen bzw. LerngebleiterInnen. Wir helfen beim Präzisieren und Formulieren der Fragen und unterstützen die SchülerInnen im anschließenden Arbeits- und Lernprozess, indem wir Anregungen geben, Information und Austausch ermöglichen, Material bereit stellen. Die Antworten und Lösungen für ihre Fragen finden die SchülerInnen selbst und die Wege dazu sind vielfältig. Manche lernen über das Tun, über das Experimentieren und Ausprobieren, manche brauchen zuerst Literatur und Wissen, um sich ein Bild zu machen, manche versuchen ohne Anleitung eine Lösung zu finden. Auch der Irrtum und das Scheitern haben Platz und dienen dem Lernfortschritt. In der Lernwerkstatt arbeiten alle Schüler/-innen in ihrer eigenen Geschwindigkeit an den Aufgabenstellungen, die ihre Begabungen, ihre Vorkenntnisse und ihre unterschiedlichen Interessen berücksichtigen und diesen entsprechen. Gegen Ende jeder Periode wird das Erforschte präsentiert. Und auch das erfordert eine Form und eine sorgfältige Vorbereitung, man lernt zusammenzufassen und einen Vortrag und/oder ein Plakat gut zu gestalten, sich zu präsentieren, mit Lob und Kritik umzugehen.
Den kleinen ForscherInnen wird hier ein Freiraum geboten, der viele Begabungen sichtbar werden lässt. Wir LernbegleiterInnen lernen die Kinder auf eine andere Art und Weise kennen, über die Themen, die sie wählen, aber auch über ihr Tun. Für uns ist es immer wieder faszinierend zu beobachten, wie unterschiedlich sie sind, wenn sie ohne Vorgaben lernen, und was sich zeigt, wenn eine für sie bedeutende Frage im Mittelpunkt steht.

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